And all the air is filled with pleasant noise of waters.

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Draußen (September 2021)

Der September: Mountainbikes, Kühe, Freiluftbühne, Frankenbier, und Berge, endlich mal wieder richtig hohe Berge! Dieser Monat ließ keine Wünsche offen, yay. (Nicht im Bild: überall Obst am Wegrand gefunden.)

Mood.

Bild von 2016.
Es ändert sich ja nichts.

Uncertainty excites me baby

Wir fahren ein Gravelbrevet. Weil Pfote uns alle dazu angestiftet hat. Was Gravel ist, weiß ich nicht so richtig, und es erschließt sich mir auch nicht: wenn ich Spaß im Dreck haben will, dann nehm ich das Mountainbike und kann damit alles fahren (oder zumindest dynamisch tragen); wenn ich aber lang und weit fahren will, such ich mir doch halt weniger wurschtige Wege und nehm das Rennrad.

Gravel, das ist die Sportart für Menschen, die Freude daran haben, hundert Kilometer grasige Feldränder zu fahren, weil das so hevorragende “Verbindungsstrecken” sind. Ich bin eher nicht die Zielgruppe, aber es scheint ok zu sein, auf beliebigen Rädern teilzunehmen, und Pfote hat mich ja für meine wertvollen Softskills eingeladen: ich bin extrem gut darin, andere Menschen zu ignorieren, weshalb ich konstant mein eigenes Tempo trete und Pfote davon abhalte, eifrig mit irgendwem davonzuziehen und nach zwanzig Kilometern vor Erschöpfung vom Rad zu fallen, und außerdem bin ich der Antisocializer und unterbinde jeglichen Versuch von Pfote, mit irgendwem rumzustehen und profunde Gespräche über Sattelhersteller und Lenkerbreiten zu führen.

Radfahren ging also gut, die Strecke befand sich aber halt in der Leipziger Tieflandsbucht und bot weder viel Abwechslung noch Höhenmeter (“Ab jetzt wird’s wieder flacher.” – “Als ob das jemals nicht flach gewesen wär!”), insofern war’s eher eine mentale Herausforderung. Zusätzlich auch dadurch, dass wir nie zuvor gemeinsam mit Pfote Rad gefahren waren: Pfote fährt ja gern mit Menschen Rad, um mal zu reden, ich hingegen fahr gern ohne Menschen Rad, weil ich beim Radfahren am liebsten zehn Stunden gar nicht reden möchte, aber nachdem das dann geklärt war, fuhr ich einfach in 50m Abstand hinterher und hatte himmlische Ruhe.

Versorgung war auch prima, Extrapunkte für den “Kartoffelkäfer” aus Pegau, den ich hiermit offiziell zum besten Gebäck der Welt erkläre, und auch das Wetter hielt beinahe durch, nur ein Schauer 20km vor Schluss sorgte nochmal für Panade auf Arsch und Beinen, damit waren wir schneller als erwartet zu Sonnenuntergang zurück in Leipzig bei den ganzen anderen Gravelfahrern mit ironischen Schnauzbärten und unironischen Fahrradkäppis und konnten uns im Ziel an den veganen Schnittchen erfreuen, die ich aufgrund meines Hungers auch für überragend hielt. Reicht.